Marg Moll

1884-1977

Stehende, Bronze, 1929, signiert, einer von fünf Güssen,
H 61,5 x B 11 x T 8,5 cm

 

Weiblicher Torso, Bronze, 1956, signiert, einer von zwei Güssen,
H 69 x B 25,5 x T 11,5 cm

 

Große Liegende, Bronze, 1955, signiert und datiert,
Guss: Alexis Rudier, Paris, einer von zwei Güssen,
H 20 x B 80 x T 12,5 cm

 

Kleiner liegender weiblicher Torso, Bronze, 1949, signiert,
einer von sechs Güssen, H 10,5 x B 40,5 x T 7 cm

 

Mann und Raubtier, Bronze, 1964, signiert, ein Guss,
H 51,5 x B 49 x T 21 cm

 

Mutter und Kind, Bronze, 1930, signiert, einer von drei Güssen,
H 76,5 x B 28 x T 13,5 cm

 

Stehendes Mädchen, Bronze, 1951, signiert,
einer von zwei Güssen, H 57 x B 14 x T 12 cm

 

Küssende (Elke), Bronze, 1964, signiert und datiert,
einer von zwei Güssen, H 50 x B 14,5 x T 14 cm

 

Aurora, Holz, 1949, signiert, 75,5 x 24,5 x 6,5 cm

 

Aurora, Bronze, 1949, signiert, 75 x 24 x 6 cm, einer von zwei Güssen

 

Lockenkopf, Bronze, signiert, 1962, 28,5 x 20 x 17 cm, einer von zwei Güssen

 

Drei Vögel, Bronze, 1928, signiert, 52,5 x 15 x 7,5 cm, einer von drei Güssen

 

Faun, Bronze, um 1930, signiert, 54 x 20 x 18 cm, einer von zwei Güssen

 

Ente, Bronze, 1946, signiert, 28,5 x 13,5 x 8,5 cm, einer von zwei Güssen

 

Ente, Holz, 1946, signiert, 29 x 14 x 9 cm

 

Eule, Bronze, 1926, signiert, 24,5 x 9,5 x 6,5 cm, einer von fünf Güssen

 

Zopfflechtende, Bronze, 1946, signiert, 30 x 9,5 x 10,5 cm, einer von drei Güssen

 

Torso, Bronze, 1956, signiert, 83 x 43 x 8 cm, einer von vier Güssen

 

Paar, Holz, 1965, signiert, 102,5 x 34 x 17 cm

 

Lovers, Bronze, 1928, signiert, 27 x 12,5 x 7 cm, einer von sechs Güssen

 

Krieger, Bronze, 1962, signiert, 87,5 x 34,5 x 13,5 cm, einer von zwei Güssen

 

Katze, Bronze, 1935, signiert, 5,5 x 34 x 30 cm, einer von fünf Güssen

 



Am 2. August 1884 in Mühlhausen/Elsass geboren; erster Malunterricht bei Hans Völcker in Wiesbaden, Kurse in Aktzeichnen und in Anatomie am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt, erste Berührung mit der Bildhauerei durch die Bildhauerin Luise Schmidt; 1905 nimmt sie Unterricht bei dem Maler Oskar Moll, den sie später heiratet; Aufenthalt in Italien mit Luise Schmidt; 1906 Heirat mit Oskar Moll und Übersiedlung nach Berlin; Malunterricht bei Lovis Corinth und Anatomie-Kurse in der Lervin-Funke-Kunstschule; Corinth malt ein Portrait Marg Molls, heute im Hessischen Landesmuseum, Darmstadt; 1907/08 Studienaufenthalt in Paris und Bekanntschaft mit Henri Matisse; 1908 Beteiligung an der Gründung der Académie Matisse und Umzug nach Paris; Marg Moll wird Schülerin von Matisse und konzentriert sich unter Anleitung ihres Meisters auf die Bildhauerei; zwischen beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft; Matisse malt ein Porträt von Marg Moll, das sich heute in der National Gallery, London, befindet; Kontakte in den Kreis um Gertrude Stein, weiterhin enge Bindung an andere deutsche Künstler der Académie Matisse wie z.B. Hans Purrmann und Rudolf Levy; Marg Moll lernt Picasso kennen und trifft sich regelmäßig mit Künstlern und Kunsthändlern im Café du Dome; die Académie Matisse besteht bis 1911, Marg und Oskar Moll bleiben bis zu deren Schließung Schüler von Matisse; 1911 Umzug nach Berlin; Marg Moll wird Mitglied der Berliner Sezession; sie stellt ab 1911 Arbeiten in der Sezession aus; Käthe Kollwitz lobt ihre Plastiken; Kontakte zu Schmidt-Rottluff, Heckel und Otto Mueller, gegenseitige Inspiration; mit Purrmann und ihrem Mann Oskar Moll auf Korsika, um dort zu arbeiten; Freundschaft mit August Gaul; in der Zeit von 1911 bis 1914 entstehen neue Skulpturen; im Februar 1914 findet eine Ausstellung im Kunst-Salon Fritz Gurlitt in Berlin sowie im gleichen Jahr in der Galerie von der Goltz in München mit großer, positiver Resonanz statt; während des Ersten Weltkriegs wird ihr Mann eingezogen, für Marg und Oskar Moll ist dies eine schwere Belastung, da die überwiegende Anzahl ihrer Künstlerfreunde in Paris jetzt Feinde sein sollen; das Ehepaar Moll wird von Berliner Künstlerkollegen sogar als "Französlinge" diffamiert; 1916 Ausstellung im Nassauischen Kunstverein, Wiesbaden;1919 Übersiedlung nach Breslau, Oskar Moll wird ab 1926 Direktor der dortigen Kunstakademie; es entstehen in dieser Zeit vor allem Werke in Holz, aber auch in Messing; 1921 kauft das Museum Duisburg ( später Wilhelm- Lehmbruck-Museum) ihre Skulptur "Schwestern", das Museum in Breslau erwirbt die zwei Plastiken "Tanz" und "Tanzende Putte", die seit der Ausstellung "Entartete Kunst", 1937 , als verschollen gelten; 1921 Reise zu Studienzwecken nach Italien, Ausstellung in der Galerie Arnold, Breslau; ab dieser Zeit wieder regelmäßige Besuche, auch allein, in Paris, um dort zu arbeiten; 1924 Ausstellung in der Galerie von der Goltz, München; 1925 Mitglied der "Groupe 1940" , sie stellt dort gemeinsam mit Robert Delaunay und Albert Gleizes aus und gehört bis 1937 dieser Künstlergruppe an; 1928 begegnet Marg Moll in Paris dem rumänischen Bildhauer Constantin Brancusi, dessen Arbeiten sie tief beeindrucken; er regt ihren Formenkanon nachhaltig an; sie besucht Brancusi mehrfach und durch ihn inspiriert, entsteht 1928 die "Krugträgerin", das Modell zur Plastik geht später durch einen Bombenangriff in Berlin verloren; Marg Moll hat die "Krugträgerin" aufgrund des Verlustes 1949 in einer etwas größeren Ausführung erneut geschaffen; weiterhin enge Kontakte zu Alexander Archipenko und Ossip Zadkine; dadurch starke Einflüsse des Kubismus in den Plastiken Marg Molls; Malunterricht bei Fernand Léger; enge Kontakte zu Oskar Schlemmer, der von Oskar Moll an die Breslauer Akademie berufen wird, wo dieser ab 1929 unterrichtet; 1929 Beteiligung an der "Großen Kunstausstellung" in Berlin; 1930 entstehen die Arbeiten "Weiblicher Torso" und "Frau mit Fächer"; 1931 gemeinsame Ausstellung mit Oskar Schlemmer bei Flechtheim in Berlin; 1932 stellt Marg Moll gemeinsam mit ihrem Mann Oskar Moll in der Galerie George Petit, Paris, aus; Schließung der Breslauer Akademie aus "Sparsamkeitsgründen", 1932-1934 Umzug nach Düsseldorf; Oskar Moll übernimmt eine Meisterklasse an der Düsseldorfer Kunstakademie; dort hat Marg Moll Kontakte zu Paul Klee, Heinrich Campendonk und Ewald Mataré; 1933 Entlassung Oskar Molls aus seinem Lehramt; Marg Moll arbeitet in der Düsseldorfer Zeit bildhauerisch weiter,1935 Ausstellung im Kunstverein Düsseldorf; 1936 Umzug nach Berlin; in der Zeit des Nationalsozialismus arbeiten Marg Moll und ihr Ehemann Oskar Moll abgeschieden aber nicht zurückgezogen weiter; 1943 Zerstörung des Hauses in Berlin durch Bombenangriff; hierdurch Vernichtung der gesamten Kunstsammlung eigener und fremder Werke, daher sind heute Plastiken und Skulpturen Marg Molls aus der Vorkriegszeit auf dem Kunstmarkt sehr selten; 1945 Flucht in die Westpregnitz; 1946 Rückkehr nach Berlin; 1947 stirbt Oskar Moll in Berlin; in den direkten Nachkriegsjahren entstehen Werke wie "Zopfflechterin", "Frau mit Blumen" sowie "Liegende"; 1949 dreijähriger Aufenthalt bei ihrer Tochter in England; Begegnung mit Henry Moore in London, den sie bereits in der Vorkriegszeit in Paris kennenlernt;1950 Ausstellung in Cardiffe/England; 1952 Rückkehr nach Düsseldorf und Vollendung neuer Plastiken wie "Drei Vögel", "Frau mit Schirm", "Trauernde", "Liegender Akt" , "Große Wartende" und "Torso"; 1952 bis Ende der 60er Jahre Ausstellungserfolge und Ankäufe durch Museen; Aufenthalt in Amerika; in der Spätphase entstehen vorwiegend expressive Arbeiten in Holz; am 15. März 1977 stirbt Marg Moll in München