Ernst Barlach

1870-1938

Lesende Mönche II, Bronze, 1921, signiert, Guss : H. Noack, Berlin,
14 x 12,2 x 7,5 cm, Wvz.: Schult 249, Laur 320

Die von der Galerie Flechtheim geplante Auflage von 20 Güssen wurde nur mit wenigen Exemplaren erfüllt.

Provenienz: Privatslg. Norddeutschland

 



Ernst Barlach wird am 2. Januar 1870 in Wedel / Holstein geboren; nach dem Besuch der Realschule studiert er von 1880 - 1891 an der Gewerbeschule in Hamburg bei Theodor Richard Thiel und P. Woldemar; danach wechselt Barlach an die Kunstakademie Dresden, wo er von 1891 - 1895 seine Studien fortsetzt; 1892 wird er Meisterschüler bei Robert Dietz; in den Jahren 1895/96 hält sich Barlach in Paris auf und studiert an der „Académie Julian“; nach seinem Paris-Aufenthalt kehrt Barlach nach Hamburg zurück und arbeitet in einer Werkstattgemeinschaft mit dem Bildhauer und Freund Carl Garbers ( 1864 - 1943 ); Barlach pendelt in dieser Zeit zwischen Hamburg, Berlin und Wedel; künstlerisch orientiert er sich in dieser Zeit am Jugendstil und dem Symbolismus; in den Jahren 1898 – 1902 ist er als Zeichner für die Zeitschrift „Jugend“ tätig; 1904 übernimmt Barlach ein Lehramt an der Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen und stellt in dieser Zeit erste Keramiken in Berlin aus; 1906 unternimmt er mit seinem Bruder Nikolaus eine Reise nach Russland; danach hat er erste Ausstellungserfolge in Berlin und wird Mitglied der „Berliner Sezession“ und später deren Jury-Mitglied; Paul Cassirer wird auf ihn aufmerksam und fördert Barlach; als Stipendiat der Villa Romana geht Barlach für zehn Monate nach Florenz; seit 1911 besitzt er ein Atelier in Güstrow, wohin er später vollständig übersiedelt; hier entstehen literarische Arbeiten wie „Der arme Vetter“ und „Der tote Tag“, illustriert mit Holzschnitten bzw. Lithographien; 1915 meldet sich Barlach freiwillig zum Kriegsdienst; 1917 erfolgt eine erste Gesamtausstellung seiner Werke bei Paul Cassirer in Berlin; 1919 wird er zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie der Künste gewählt; durch seine Holzschnittzyklen und seine lithographischen Folgen erlangt Barlach als Graphiker eine große Bekanntheit; in den zwanziger Jahren entstehen Mahnmale in Kiel, Güstrow und Magdeburg ; in der Kunstströmung des Expressionismus nimmt Barlach eine Sonderstellung ein, da er die Formen seiner Werke auf das Notwendigste reduziert; 1924 wird ihm der Kleist-Preis verliehen und er erhält den Ruf einer Professorenstelle in Berlin und Dresden, der er aber nicht folgt; seine Auftragsarbeiten zu plastischen Antikriegsdenkmälern rufen heftige Kritik hervor; 1930 findet eine Ausstellung des Lebenswerkes Ernst Barlachs in der Akademie der Künste in Berlin statt und Barlach schließt im selben Jahr einen Vertrag mit dem Kunsthändler Alfred Flechtheim über Bronzegüsse nach neueren und älteren Werkmodellen ab, die Flechtheim in Berlin und Düsseldorf ausstellt; 1933 wird er Ritter des Ordens „Pour le Mérite“; im selben Jahr werden Barlachs Werke von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft und er selbst diffamiert; seine Arbeiten werden aus Kirchen und Museen entfernt; 1937 werden 371 Werke Barlachs in Museen beschlagnahmt; zusätzlich wird er zum Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste gezwungen; während des Arbeitsverbots in Deutschland wird Barlach in der „Westermann-Gallery“ in New York eine Ausstellung gewidmet; am 24. Oktober 1938 stirbt Ernst Barlach in Rostock.